INTAKT RECORDS – CD-REVIEWS

JAMES BRANDON LEWIS QUARTET
MOLECULAR

Intakt CD 350 / 2020

 

 

 

 

 

Christoph Wagner, Jazzthetik, Deutschland, September-Oktober 2020

 

João Morado, Beats for Peeps, September 2, 2020

 

 

 

 

 

 

 

Michael Bossong, Jazzpodium, Oktober 2020

 

 

 

Manfred Papst, NZZamSonntag, October 4, 2020

 

 

Dave Cantor, Downbeat, Editors'Pick, October 2020

 

 

Molecular (Intakt CD 350) bringt im JAMES BRANDON LEWIS QUARTET ein Wiederhören mit Lewis als neuem Tenorsax-Darling und mit dem Trommelmeister Chad Taylor. Doch zu diesem "Live in Willisau"-Gespann sind noch Aruán Ortiz am Piano und Brad Jones am Bass gestoßen. Oder anders gesagt, Lewis hat seine 'Molecular Systematic Music' dem Aruán Ortiz Trio von "Live in Zürich" anvertraut. Als Kompositionen, in die, so wie die DNA Erbinformationen enthält, afroamerikanisches Erbgut eingebettet ist, wie es Lewis auch im UnRuly Quintet und mit Heroes Are Gang Leaders weitergibt. Sein universalgelehrter Horizont reicht von Isaac Asimovs Robotik, Biorhythmik und dem erfinderischen Agrarwissenschaftler George Washington Carver (1864-1943) bis ans Ende der Doppelhelix, aus deren Nuklearbasen er intervallische und harmonische Beziehungen ableitet, die man jedoch weder verstehen noch heraushören muss, um die Musik genießen zu können. Lewis überzeugt nämlich schlicht und direkt mit seinem saxmelodischen Überschwang über ostinaten und pulsenden Einwürfen als ruckendem Förderband für sein Lotophagenmantra. Wichtig sind allein die pochende, rollende Tangotristesse und die mit Ortiz geteilten sehnsuchtsvollen Lyrismen bei 'Of First Importance'. 'Helix' dreht sich uptempo, sprudelnd und rutschend, mit animiertem Pizzicato und Tickling, quirlendem Piano, wirbelndem Drumming. Hinkende Drehmomente verzahnen sich zu Taylors monotonem Ticktack mit Sprüngen und Läufen, aber die Zellkerne, um die die biologischen Uhren ticken, speisen Lewis' Gesänge mit Feuer und Flamme und vor allem mit Feeling. 'Cesaire' feiert genau damit, einem dankbaren Gefühl der Befruchtung, die postkoloniale Inspiration durch Aimé Césaire (1913-2008). 'Neosho' liegt hier nicht in Missouri, dafür taikotrommelt Taylor zu finster zu Lewis' bassbepochtem feuervogeligem Krähen. Es ist wohl die USS Neosho, ein Tankschiff, das im Mai 1942, von japanischen Sturzbombern in Brand geschossen, vier Tage dahin trieb. Nur noch die Halbe Mannschaft konnte aus dem Meer gefischt werden. 'Breaking Code' häckt sich mit arpeggierenden Fingern als hymnisch geflammte Elegie ins Gemüt. Doch die Pein vergeht, Taylors Tamtam lässt die Helix kreisen und tanzen, in sich verquirlt, hämmernd und röhrend angespornt. Bis Brad Jones zuletzt bei 'Loverly' blaue Saiten aufzieht und Lewis nochmal die Lippen spitzt für eine innige Liebeserklärung an die Bausteine des Lebens.
Rigobert Dittmann, Bad Alchemy, BA 108, 2020

 

S. Victor Aaron, Something Else, USA, October 8, 2020

 

Ignacio Julià, Ruta 66 Magazine, Oct 2020

 

Nate Chinen, WBGO/Newark Public Radio, NY, USA, Oct 11, 2020

 



 

DAN MCCLENAGHAN, All About Jazz, October 18, 2020

 

Arkiv Jazz, October 2020

 

 



Giovanni Russonello, The New York Times, October 16, 2020

 

 

Chris Monsen, klassenkampen, Norway, October 19, 2020

 

 

Jan von Leersum, Rootstime, be, October 2020

 

Phil Freeman, stereogum.com, Oct 20 2020 (EN)

 

Tim Niland, jazzandblues.blogspot.com, Oct 24 2020 (EN)

 

Jan Granlie, salt-peanuts.eu, Oct 28 2020 (NW)

 

Claude Loxhay, jazzhalo.be, Oct 2020 (FR)

 

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