Saadet Türköz erhält den Kulturpreis des Kantons Zürich 2026
Saadet Türköz hat drei Alben bei Intakt Records veröffentlicht.
Jedes Jahr zeichnet der Kanton Zürich eine herausragende Persönlichkeit mit dem Kulturpreis aus.
Mit dem Kulturpreis zeichnet der Regierungsrat Persönlichkeiten aus, die ein Lebenswerk von ausgewiesener künstlerischer oder kulturvermittelnder Qualität geschaffen haben, das über die Kantonsgrenzen ausstrahlt und sich innerhalb der nationalen Kulturlandschaft etabliert hat. Der Kulturpreis ist mit 50'000 Franken dotiert und wird einmal jährlich vergeben. Den Antrag an den Regierungsrat stellt die kantonale Kulturförderungskommission.
Kulturpreis 2026
Saadet Türköz lebt und arbeitet in Zürich und zählt zu den prägendsten Stimmen der freien Musikszene. In ihren Werken mischt sie Avantgarde, Improvisierte Musik und Free-Jazz mit zentralasiatischen, anatolischen, orientalischen Klängen. Regelmässig arbeitet sie auch mit international bekannten Musikerinnen und Musikern zusammen. 2023 erhielt sie den renommierten Schweizer Musikpreis. Ihr Schaffen steht für kulturelle Offenheit. Der Kulturpreis des Kantons Zürich würdigt ihre herausragende Bedeutung für das Musikschaffen im und weit über den Kanton hinaus.
Saadet Türköz
Die 1961 in Istanbul geborene Saadet Türköz ist Sängerin, Improvisations- und Stimmkünstlerin. Seit über 40 Jahren lebt sie in der Schweiz und zählt zu den prägnantesten Personen in der freien Musikszene Zürichs. Türköz wuchs als Tochter kasachischer Migranten auf, die vor dem politischen Druck der chinesischen Regierung auf die Turkvölker in Ost-Turkestan nach Istanbul geflohen waren. Sie arbeitete zunächst als Journalistin, Übersetzerin im Asylbereich und Shiatsu-Therapeutin. Als Erwachsene fand sie zur Kultur der Heimat ihrer Eltern Ost-Turkestan. Saadet Türköz wurde von verschiedensten Musiktraditionen beeinflusst: Sie hat die Folk-Lieder ihrer Grosseltern verinnerlicht und interessierte sich früh für die Musik Indiens, Zentralasiens und des arabischen Kulturraums. Diese unterschiedlichen Traditionen treffen in Saadet Türközs Musik auf den Blues, die europäische und amerikanische Avantgarde und den Free Jazz.
Saadet Türköz arbeitet mit Musikerinnen und Musikern aus verschiedenen Generationen und Weltregionen zusammen. Das Album «Kumuska» (2019) entstand beispielsweise mit dem US-Experimentalisten Elliott Sharp in New York. «Urumchi», ihr Album aus dem Jahr 2006, hat Türköz mit kasachischen Musikerinnen und Musikern aufgenommen – und nach der Hauptstadt der Uiguren und dem Heimatort ihrer Grosseltern benannt. Weitere Zusammenarbeiten pflegte und pflegt sie u.a. mit Martin Schütz, Simone Keller, Günter «Baby» Sommer oder den Schweizer Musikpreisträgern Julian Sartorius und Nils Wogram. Gemeinsam mit dem Gitarristen Beat Keller veröffentlichte Saadet Türköz 2021 das Album «We Are Strong», auf dem sie Spuren ihrer Familiengeschichte mit den experimentellen Sounds der Gegenwart verbindet. Für die künstlerische Vielfalt und die Leichtigkeit, mit der sich Saadet zwischen verschiedenen Kulturräumen bewegt, erhielt Türköz 2023 den Schweizer Musikpreis.
Saadet Türköz überwindet mit ihrer Kunst Grenzen – geografisch, sprachlich und musikalisch. Ihre Arbeiten lassen sich keiner festen Kategorie zuordnen: Ist es Musik, Theater, Spoken Word oder Performance? Klar ist: Saadet Türköz steht für kulturelle Vielfalt, künstlerische Freiheit und den Mut, Neues zu schaffen. Sie verbindet Kulturen, Sprachen und Kunstformen zu einer eigenständigen, persönlichen Ausdrucksweise. Ihre Bedeutung für die Kulturszene geht weit über die Kantonsgrenzen hinaus. Free-Jazz-Legenden wie Elliott Sharp, William Parker oder Hamid Drake bezeichnen Saadet Türköz als eine der wichtigsten Sängerinnen der Gegenwart.
Herzlichen Glückwunsch, Saadet!