Die Erstveröffentlichung des Piano Solo-Konzerts mit dem Titel Prelude to a Kiss and More zeigt Irène Schweizer auf der Höhe ihres Könnens. Mit ihrer Ausgelassenheit, ihrem improvisatorischen Können, ihrem kraftvollen Touch und ihrem Stilgefühl dokumentiert die Platte einen Klimax im Schaffen der Pianistin. Und mit dem starken Bezug zur Jazzgeschichte setzt das Album einen wichtigen Akzent in ihrer Piano-Solo-Diskografie. Zurückgekehrt von einem halbjährigen Aufenthalt in New York, machte Irène Schweizer 1986 in Zürich mit dieser Performance eine Liebeserklärung an die afrikanisch-amerikanische Kultur. Neben ihren eigenen Stücken spielte sie Jazzstandards von Thelonious Monk, Ornette Coleman und Duke Ellington. Der Posaunist und Professor an der New Yorker Columbia University George Lewis hat die Zürcher Pianistin eine «Afrodiasporic musician» genannt, eine «post-European». Dieses Album zeigt, dass es für Irène Schweizer keine Grenzen zwischen Jazztradition, südafrikanischer Inspiration, Freejazz und europäisch geprägter Improvisation gab. Mit der physischen Wucht des Moments, die keine andere Kunstform so sehr erreicht wie die freie Improvisation, gibt Irène Schweizer nach der Rückkehr aus den USA ihrem Lebensgefühl Ausdruck. Diese grosse Soloaufnahme, aufgenommen 1986 im Gründungsjahr von Intakt Records, erscheint zur Feier des 40-jährigen Jubiläums des Zürcher Labels.