Das Warschau-Konzert, das auf der vierten CD des Schlippenbach Trios auf Intakt Records vollständig dokumentiert ist, war eine musikalische Sternstunde. Alexander von Schlippenbach schreibt im Booklet: Diese Aufnahmen vom 16. Oktober 2015 in Warschau repräsentieren in ziemlich umfassender Weise den aktuellen Stand des Trios. In den «freien» Improvisationen wird zum Teil auch im Laufe der Jahre herauskristallisiertes Material verarbeitet. Es gibt kein vorher bestimmtes Programm. Nichts ist abgesprochen oder festgelegt. Alles improvisiert. Die als Einsprengsel erscheinenden Paraphrasen bestimmter Jazzthemen sind nicht als Zitate zu verstehen. Sie sind ein Bezug auf unsere Geschichte, schaffen Kontraste und dienen auch als Impulse zur Weiterverarbeitung. Es wird ohne eingeplante Pausen durchgespielt. So geht das meistens bei uns. Das unsterbliche Trio. Es hat schon einiges vollbracht, und oft genug könnte man ja auch sagen - es reicht. Aber nicht unbedingt bei uns. Es ist nämlich so: Wir spielen schon so lange zusammen, dass es eigentlich egal ist, ob wir weitermachen oder nicht. Wenn wir aufhören, dann würde zwar etwas fehlen (das Antidepressivum u. a.), aber es könnte auch in mancher Hinsicht zu einer Erleichterung beitragen. Wenn wir weitermachen ist es auch gut, weil unsere Musik ja in der Tat gebraucht wird und auch noch einiges zu sagen wäre. Also machen wir weiter und gehen im Dezember wieder auf die «Winterreise». Aber in Warschau war es schön. Erstklassiger Saal im Rundfunk. Gute Aufnahmetechnik. Kinga - eine uns vereinbarungsgemäss zugedachte Betreuerin - haben wir leider niemals zu sehen bekommen.