"Jim Black ist kein körperbetonter Schlagwerker. Bei ihm steckt der Groove im Detail, in kleinen, blitzschnellen Breaks, dem unerwarteten Auslassen scheinbar lang zuvor geplanter Taktmuster und einem inneren, unwiderstehlichen Drang, die gesamte Musik nach vorn zu treiben. Seine rhythmischen Meriten sind das Ergebnis einer mehr introvertiert, aber anspruchsvollen Spontanität, was nicht bedeutet, sein Spiel hätte nur wenig Wirkung.
Zwischen fragmentarischer Disziplin und originärer Ekstase ist der in Seattle aufgewachsene Black sowohl ein beseelter Chronist des Jazz, als auch ein Erneuerer, ein Suchender – bis in die unterschiedlichsten ethnologischen Enklaven hinein.
Seine Band Schrimps, bestehend seit 2022, findet auch auf „Better You Don't“ eine Balance, zwischen dem Umsetzen von markant, expressiven Ideen, lyrischen Spannungen und einem treibenden, rhythmischen Drive. Der heute in New York lebende Black hat sich, wie eigentlich immer in seinen Bands, junge Musiker gesucht, die in ihrer Arbeit von seiner Erfahrung profitieren und gleichzeitig eine Frische und Unbedarftheit in die Musik bringen, wie sie für jedes kreative Unternehmen nur von Vorteil sind. Zu Schrimpf gehören der nicht einmal dreißigjährige Asgar Nissen aus Dänemark am Altsaxophon, der ebenso junge Julius Gawlik am Tenorsaxophon und Bassist Felix Henkelhausen – wie Gawlik aus Deutschland stammend. Sie widmen sich den Kompositionen des Leaders mit Hingabe, finden immer wieder Raum, um eigene, individuelle Beiträge detailreich einzupflechten. Wobei im Bereich der Avantgarde nirgends eine Form von Elitarismus zu spüren ist. Die Band bleibt zusammen, lässt sich von den Kompositionen und der antipathetischen Dynamik untereinander leiten. Instrumental- und Kollektivkunst auf höchstem Niveau.
https://www.kultkomplott.de/Artikel/Musik/"