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450+ Aufnahmen ∙ 40 Jahre Jazzgeschichte∙ 1986 - 2026
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445: DAVE GISLER TRIO with RAFFAELE BOSSARD and LIONEL FRIEDLI. The Flying Mega Doghouse – LIVE

Intakt Recording #445/ 2025

Dave Gisler: Guitar
Raffaele Bossard: Bass
Lionel Friedli: Drums

Recorded on May 4, 2025, at Lokal Harmonie in Duisburg except track 2 & 7 recorded on May 2, 2025, at Schirrhof in Kamp-Lintfort by Hannes Kumke.

Ursprünglicher Preis CHF 12.00 - Ursprünglicher Preis CHF 30.00
Ursprünglicher Preis
CHF 30.00
CHF 12.00 - CHF 30.00
Aktueller Preis CHF 30.00
Format: Compact Disc
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Als findiger Klangalchemist und eigenwilliger Klangarchitekt mit vielschichtigen und oft schwebenden Gitarrensounds, die sich zu einer Wall of Sound auftürmen können, belebt der Schweizer Gitarrist Dave Gisler den zeitgenössischen Jazz. Seit 2017 arbeitet er kontinuierlich mit seinen kongenialen Trio- Partnern Raffaele Bossard und Lionel Friedli zusammen. Nach Kollaborationen mit der leider viel zu früh verstorbenen Chica- goer Trompeterin Jaimie branch und der Koryphäe des modernen Jazz David Murray hat das Trio beschlossen, ohne Gast weiterzumachen und sich auf die Essenz und Energie seines distinktiven Trio-Sounds zu konzentrieren. Dieses Live-Album ist ein weiterer Meilenstein dieses verheissungsvollen Trios, das sich an stilunabhängigen Faktoren wie Dichte, Gegensätze und Energie orientiert: «Die Band in Hochform, die Stimmung blendend und das Publikum empfänglich – kein Wunder, dass daraus ein weiteres exzellentes Album wurde, das den Geist des Dave Gisler Trios auf ideale Weise widergibt», schreibt Christoph Wagner in den liner notes.

Album Credits

Cover art: Finn Keller
Graphic design: Fiona Ryan
Liner notes: Christoph Wagner
Photos: Mischa Frey, André Symann (group picture)

All compositions by Dave Gisler. Recorded on May 4, 2025, at Lokal Harmonie in Duisburg except track 2 & 7 recorded on May 2, 2025, at Schirrhof in Kamp-Lintfort by Hannes Kumke. Mixed in June 2025 by Hannes Kumke at Psychedelicious in Schopfheim (DE). Mastered in July 2025 at Pousaz Sound Lab, Bolligen (CH), by André Pousaz. Produced by Dave Gisler and Intakt Records. Published by Intakt Records, P.O. Box, 8024 Zürich, Switzerland.

  • 5 stars: 4 (80%)
  • 4 stars: 1 (20%)
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  • 1 star: 0 (0%)
M
Manfred Papst
Jazz Podium Magazine

Der Innerschweizer Gitarrist Dave Gisler (*1983) ist ein ungemein kreativer Kopf. Er realisiert eigene Projekte, ist aber auch als Sideman gefragt. Als Grenzgänger zwischen Jazz und Rock ist er in etlichen Formationen aktiv, so in Christoph Irnigers Pilgrim, Mathias Kohlers This Is Pan sowie im Trio Dr. O.G.E. Auch auf dem internationalen Parkett bewegt er sich sicher, wie seine Auftritte mit Größen wie Mark Feldman, Tom Rainey und anderen belegen. Seit 2017 bildet er mit Raffaele Bossard (Bass) und Lionel Friedli (Drums), die er vom Musikstudium kennt, ein Trio, das in den vergangenen Jahren illustre Gäste eingeladen hat: Mit der frühverstorbenen Trompeterin Jamie Branch und dem Saxophon-Koloss David Murray ist es regelrecht über sich hinausgewachsen. Dass es auch ohne Gäste ein Ereignis ist, beweist diese Live-Aufnahme aus dem Lokal Harmonie in Duisburg und dem Schirrhof in Kamp-Lintfort: Das Trio setzt auf Groove und Power, die bluesgetränkten Soli Gislers, der seine Klangpalette mit Effektgeräten intelligent erweitert, sind eine Freude. Fast fühlt man sich an die Art erinnert, wie Jimi Hendrix mit dem Verzerrer umging. Auch Friedli verwendet ein um Instrumente wie die >>Snail<< erweitertes Drumset, das man eher von Rockschlagzeugern kennt. Ohnehin setzt die Band, die hier ausschließlich Kompositionen von Gisler spielt, eher auf binäre Beats als auf Swing. Sie donnert aber nicht mit monotoner Kraft voraus; in den Klanglandschaften wechseln schroffe, felsige Gegenden mit blühenden Wiesen und Feldern. Zur Qualität des Live-Mitschnitts haben sicher auch die günstigen Umstände seines Entstehens beigetragen: Das Trio wurde von Rüdiger Eichholtz, dem Veranstalter der Kulturprojekte Niederrhein, eingeladen und während dieser Zeit auf seinem Hof beherbergt. So entfiel der übliche Tournee-stress, und die Band konnte ausgeruht und motiviert auf die Bühne treten.

H
Hans-Jürgen Linke
Jazzthetik Magazin

Es gibt mehrere Hunde in den Titeln dieses Albums.
Einen „Space Poodle", dann das komplette „Flying Mega Doghouse", und zum Einstieg „Chilling with the Dogs".
Manchmal geht es ganz schön wild zu, und selten ahnt man lange vorher, was einen gleich erwartet. Gitarrist Dave Gisler ist stilistisch wenig festgelegt, aber alles, was er macht, hat Sinn und folgt intensiven Klangvorstellungen. Mit Raffaele Bossard (b) und Lionel Friedli (dr) arbeitet er seit 2017 im Trio, entsprechend dicht beieinander kommt die Gruppe daher.
Und das will etwas heißen bei Gislers Polystilistik und bei lauter live aufgenommenen Stücken. In den Liner Notes werden als Vergleichsgröße die guten alten Cream angeführt (eine Jazz-Band, sagte Jack Bruce mal, aber das hätten sie Eric Clapton nie verraten): ein Vergleich, der wenigstens die eigenartige Verdichtung dreier profilierter Individualitäten benennt. Manchmal legt Gisler auch mit Verzerrer und anderem Schnickschnack los, allerdings klingt er dann eher virtuos facettenreich wie McLaughlin. Aber alles nur vorübergehend.
Es macht große Freude, diesem wunderbar eingespielten Trio zuzuhören, wie es Energieverausgabung und luftige Spaziergangsstrecken nahtlos zueinander fügt, Dichte und Entspannung wechselt, Räume eröffnet, ins Weite weist und dann wieder dicke Bretter bohrt und an Mauern baut. Dabei kommt es nicht zu Schroffheiten und Brüchen. Alles bleibt an seinem Platz in der durchs Unendliche fliegenden Hundehütte.

M
Manfred Papst
NZZ am Sonntag

Auch ohne Gäste ein Ereignis

Der Schweizer Gitarrist Dave Gisler ist ein kreativer Kopf und als Grenzgänger zwischen Jazz und Rock in vielen Formationen aktiv. Seit 2017 bildet er mit Raffaele Bossard (Bass) und Lionel Friedli (Drums) ein Trio, das mit der verstorbenen Trompeterin Jaimie Branch und dem Saxofon-Koloss David Murray über sich hinauswuchs.
Dass es auch ohne Gäste ein Ereignis ist, zeigt diese Live-Aufnahme aus Duisburg und Kamp: Das Trio setzt auf Groove und Power, die Blues-getränkten Soli Gislers, der seine Klangpalette mit Effektgeräten erweitert, sind eine Freude.

P
Pirmin Bossart
Jazz'N'More Magazine

Ein rhythmisch-sphärisches Klickern mit elektronischen Blubbertönen steht am Anfang dieses Albums. Bald löst sich diese psychedelische Duftnote in einen Track auf, der mit beschwingtmelodischen Guitar-Linien und einem guten Groove-Fundament zusammenwächst und einen ersten Höhepunkt setzt. Das Dave Gisler Trio hat in den letzten Jahren einen Energieschub erhalten, ausgelöst durch die auch auf Tonträger dokumentierten Zusammenarbeiten mit jaimie branch und David Murray. Wieder reduziert auf das Trio, hat die Musik in ihrer bewährten Einschmelzung von Blues- und Rock-Roots in den freien Spirit von Jazz und Improvisation an neuer Dringlichkeit gewonnen. Gislers Linien fliessen mit einem warmen Sound, aber sie können auch kantig, hartnäckig, wuchtig expandierend sein. Dazu kommen der insistierende Vorwärtspuls des Bassisten und die aufwühlende Rhythmusmaschinerie des Schlagzeugers. Das kann, muss aber nicht, in einen fett klingenden Track wie ”Runaway Child” münden, in dessen Schlusssequenz die kollektive Intensität auf die Spitze getrieben wird. Umgekehrt finden sich die drei Musiker wieder in wolkigen Ambient-Passagen (”Space Poodle”) oder einem komplex und abwechslungsreich gebauten Track wie ”Milo”. Die jüngsten Konzerte dieses Trios waren ein Hammer. Gut, dass sich das Trio auch bei diesem neuen Album für eine Live-Aufnahme entschieden hat (Mai 2025 in Duisburg).

R
Rigobert Dittmann
Bad Alchemy Magazin

Das DAVE GISLER TRIO mit Raffaele Bossard am Bass und Lionel Friedli an Drums, un­vergessen durch das „Zürich Concert“ mit Jamie Branch, kehrt wieder mit The Flying Me­ga Doghouse (Intakt CD 445) - live in Duisburg und Kamp-Lintfort. Gisler, dem als Klang­alchemist und -architekt gefeierten Gitarrero mit seinem Radius von DR.OGE bis Pilgrim, This Is Pan und Weird Beard, wird mit seinem Trio eine Ahnenreihe bis zu Cream zuge­schrieben. Bevor da aber die Hundehütte abhebt, fesseln Effekte und quirlige Melodien mit lockerer, leichter Hand. Versponnen und emsig, vertrackt und kribbelig, bei 'Dudeing' und 'Milo' schwerelos bluesig, mit teuflischem Arpeggio. Friedli geht all in bei gehendrix­tem Voodoo, 'Space Poodle' schwebt auf Wolke 7. 'Trainwrecks' kommt auf Fingerspitzen daher, nimmt Fahrt auf, doch die Furiosität verdampft. Dem lyrisch sublimen, aber noch flattrigen 'Mana' folgt, zart und abgeklärt, 'The Vision'. Mit jedoch rasantem Finish hin zu Snoopy als der Rote Baron und aus allen Rohren. [BA 130 rbd]